Schwierige Situation
Die Geschichte von Hanna in 1. Samuel Kapitel 1 zeigt uns, wie Menschen in schwierigen Situationen durch den Glauben an Gott neue Hoffnung finden können. Hanna, die Frau von Elkana, befand sich in einer besonders schmerzhaften Lage.
Hanna hatte keine Kinder, was in der damaligen Zeit als Fluch oder Zeichen von Gottes Missfallen angesehen wurde. Ihr Mann Elkana hatte eine zweite Frau, Peninna, die mehrere Kinder hatte und Hanna ständig kränkte. Peninna reizte sie immer wieder, weil der Herr Hannas Mutterleib verschlossen hatte (1. Samuel 1,6). Dieses ständige Hänseln und die Belastung, kinderlos zu sein, bedrückten Hanna sehr.
Hanna litt so sehr, dass sie kaum essen konnte und in ständiger Traurigkeit versank (1. Samuel 1,7). Doch anstatt in Bitterkeit zu verharren, wandte sie sich mit all ihrem Schmerz zu Gott. Sie wusste, dass nur Gott die Macht hatte, ihre Situation zu ändern. So betete sie im Heiligtum des Herrn und bat um ein Kind, mit der Absicht, dieses Kind dem Herrn zurückzugeben (1. Samuel 1,11).
Die richtige Haltung
Hanna zeigt uns in ihrer Not die richtige Haltung im Glauben. Sie erkannte ihr Elend klar und gab es in Gottes Hände. Sie vertraute darauf, dass Gott ihre Situation ändern konnte, selbst wenn alles gegen sie sprach. Im Gebet bat sie nicht nur darum, dass Gott ihr gibt, was sie wünschte, sondern sie versprach auch, dass sie das Kind Gott widmen würde, wenn er ihr diesen Segen gewähren würde (1. Samuel 1,11).
Während Hanna betete, kam Eli, der Priester, hinzu. Er beobachtete ihr Gebet und dachte zunächst, sie sei betrunken, da ihre Lippen sich bewegten, aber keine Worte zu hören waren. Doch nachdem sie ihm erklärte, dass sie ihr Herz vor dem Herrn ausgeschüttet hatte, segnete er sie und sprach ihr Frieden zu (1. Samuel 1,17). Interessant ist, dass Hanna nach diesem Segen wieder essen konnte und nicht mehr traurig war, obwohl das Wunder – die Schwangerschaft – noch nicht geschehen war (1. Samuel 1,18). Dies ist ein starkes Zeichen ihres Glaubens.
Dieser Glaube entspricht genau dem, was der Hebräerbrief später erklärt: “Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man hofft, Überzeugtsein von dem, was man nicht sieht” (Hebräer 11,1).
Glaube verändert bereits die Gegenwart, weil wir auf das vertrauen, was erst noch kommen wird.
Der Segen
Hannas Glaube wurde belohnt: Gott hörte ihr Gebet und sie wurde schwanger. Sie brachte einen Sohn zur Welt, den sie Samuel nannte, was “von Gott erbeten” bedeutet (1. Samuel 1,20). Doch das Besondere an dieser Geschichte ist nicht nur, dass Hanna ihren Wunsch erfüllt bekam. Sie hielt sich auch an ihr Versprechen und gab Samuel, sobald er entwöhnt war, zurück an Gott. Sie brachte ihn in den Tempel und übergab ihn Eli, damit er dem Herrn diene (1. Samuel 1,27-28).
Hannas Bitte war von Anfang an darauf ausgerichtet, ein Segen für andere zu sein und nicht nur für ihre eigenen Bedürfnisse. Sie bat nicht, um persönliche Wünsche zu befriedigen, sondern um Gott etwas zurückzugeben.
Das zeigt uns, dass wir niemals an dem hängen sollten, worum wir bitten, sondern an Gott selbst.
Samuel, das Kind, das Hanna von Gott erbeten hatte, wurde ein Segen für das ganze Volk Israel. Er wurde nicht nur ein grosser Prophet, sondern spielte eine entscheidende Rolle in der Geschichte Israels. Er salbte den ersten König, Saul, und später David, den grossen König, der Israels Geschichte für immer prägen sollte.
Die Geschichte von Hanna und Samuel erinnert uns daran, dass unser Bitten und unser Glaube oft weit über unser eigenes Leben hinausreichen können. Gott gebraucht das, worum wir ihn bitten, um grössere Pläne zu erfüllen, die wir uns nicht einmal vorstellen können.